Kurze Antwort
Für einen standardisierten, verbreiteten Prozess ist Standardsoftware oft der schnellere und günstigere Einstieg; Individualsoftware schafft Wert, wenn Regeln, Zugriffe oder Datenbedarf Ihres Geschäftsmodells ausschlaggebend sind. Bilden Sie für die Entscheidung denselben Ablauf in beiden Optionen ab und vergleichen Sie Einrichtung, Integration, Betrieb und Ausstiegskosten gemeinsam.
Standardwerkzeuge zuerst bewerten
Ein fertiges Produkt kann bei Standardprozessen schnell nutzbar sein. Zusätzliche Tabellen und Umgehungen verursachen jedoch Anpassungsaufwand, der mitgerechnet werden muss.
Die Stärke eines fertigen Produkts ist seine Reife: Sicherheitsupdates, Dokumentation und eine breite Nutzerbasis arbeiten für Sie. Seine Schwäche ist, dass es erwartet, dass sich Ihr Prozess dem Produkt anpasst und nicht umgekehrt; diese Lücke wird meist mit Tabellen, manuellen Übertragungen und Behelfslösungen geschlossen.
Wann individuelle Entwicklung sinnvoll ist
Besondere Abläufe, Rechte oder Daten können Eigenentwicklung rechtfertigen. Entwicklung, Wartung und Betrieb werden dann ausdrückliche Verantwortlichkeiten.
Die Stärke von Individualsoftware ist die genaue Passung zum Ablauf. Ihr Preis ist neben der Entwicklung die spätere Verantwortung: Sicherheitsupdates, Fehlerbehebungen, neue Anforderungen und Kontinuität bei Teamwechseln liegen bei Ihnen.
Vergleichsmethode
Bilden Sie denselben Ablauf in beiden Ansätzen ab. Vergleichen Sie Einrichtung, Migration, Integration, dreijährigen Betrieb und Ausstieg. Standardprodukt mit kleinem Zusatzmodul ist eine weitere Option.
Führen Sie die Modellierung anhand dieser drei Fragen durch: Mit wie vielen Nutzern und welchem Volumen läuft dieser Ablauf? Welche Integrationen sind zwingend? Welche Anforderung kann sich in einem Jahr ändern? Schreiben Sie die Antworten für beide Optionen getrennt auf.
Entscheidungsprotokoll
Halten Sie die Entscheidung mit ihrer Begründung als kurzes Protokoll fest: gewählter Weg, verworfene Alternative, akzeptiertes Risiko, verantwortliche Person und ein Termin zur erneuten Prüfung. So lässt sich leichter neu bewerten, wenn sich die Annahmen hinter der Entscheidung ändern.
Vor der Entscheidung vergleichen
Die folgende Tabelle ist ein Ausgangsrahmen. Füllen Sie jede Zeile für Ihren eigenen Prozess aus und markieren Sie, welche Kriterien für Sie zwingend sind; eine Option, die ein zwingendes Kriterium nicht erfüllt, scheidet aus.
Häufige Fragen
Die Fragen, die bei der Entscheidung zwischen Standard- und Individualsoftware am häufigsten gestellt werden.
Ist ein hybrider Ansatz möglich?
Ja. Üblich ist, ein fertiges Werkzeug als Kern zu nutzen und eine schmale Lücke mit einem individuellen Modul oder einer Integration zu schließen. Prüfen Sie dann die Schnittstellen- und Erweiterungsgrenzen des Werkzeugs vorab.
Ist ein späterer Wechsel von Individual- zu Standardsoftware möglich?
Möglich, aber mit Kosten für Datenmigration und Prozessanpassung. Deshalb sollte man einen Ausstiegsplan in beide Richtungen von Anfang an bedenken.
Reichen die Anpassungsmöglichkeiten von Standardsoftware aus?
Testen Sie Konfigurations-, Automatisierungs- und Schnittstellengrenzen des Produkts an Ihrem echten Ablauf. Die Funktionsliste im Katalog garantiert nicht, dass Ihr kritischer Ablauf funktioniert.
Brauchen wir Beratung für die Entscheidung?
Nicht unbedingt, doch bei unklarem Umfang kann eine unabhängige technische Bewertung eine teure Fehlentscheidung verhindern. Unsere Leistung Software- und Technikberatung umfasst diese Bewertung.
Quellen und weiterführende Informationen